Spannender und eindrücklicher Bericht aus dem Leben des Para-Badminton Athleten Marc Elmer
Nach einem zweimonatigen Asienaufenthalt mit Turnieren in Bangkok, China und Japan hat uns Marc viele spannende Erlebnisse aus dieser Zeit wie auch aus all den Jahren vor und während seiner sportlichen Laufbahn mitgebracht.
Vor neun Jahren verunfallte Marc Elmer bei einem Testflug mit einem neuen Gleitschirm. Seither sitzt er mit einer kompletten Paraplegie im Rollstuhl. In eindrücklichen Worten berichtete Marc von der spektakulären Rettung durch das Team der Rega. Noch während des Fluges in das Unispital Zürich, operierte der Arzt der Rega zum ersten Mal seine Füsse, welche durch den Aufprall verdreht und stark verschmutzt waren. Dank dieses Eingriffs und weiteren Operationen mussten die Füsse nicht amputiert werden. «Ein grosses Glück für Marc!»
Nach dem Aufenthalt im USZ kam der Glarner ins Paraplegiker-Zentrum in Nottwil. Er hat lange nicht geglaubt, dass er nochmals gehen werde. Er akzeptierte es erst, als er dank der Physiotherapie seinen Körper selbst spüren konnte. Die komplette Paraplegie bedeutet, dass Marc aufstehen aber nicht gehen kann. Am meisten macht ihm zu schaffen, dass seine Blase und der Darm nicht mehr selbst arbeiten. Die Inkontinenz belastet ihn deshalb stark bei seinen sportlichen Einsätzen. Eine anspruchsvolle logistische Herausforderung: In seinem «Survival Rucksack» führt er Katheter, Windeln und weitere Hilfsmittel zu Behandlung der Inkontinenz mit. Dies ist vor allem bei seinen internationalen Reisen zu den Austragungsorten zwingend notwendig. Die immer noch vorhandenen Barrieren in Flughäfen, Eisenbahnen und Hotels sind eine grosse Herausforderung. Marc hat auch schon mit seinen mitgeführten Werkzeugen die Türe zu einem Badezimmer demontiert, damit er mit dem Rollstuhl zu Toilette und Dusche fahren konnte.
Dank der Unterstützung der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung, Swiss Paralympics, der Schweizer Armee, der Sporthilfe und weiteren Supportern hat Marc den Weg zum erfolgreichen Parabadminton Athleten geschafft.
Nach acht Jahren Badminton durfte er an den Europameisterschaften in Istanbul den grössten Erfolg seiner Karriere feiern. Der Gewinn der Bronzemedaille war für ihn ein zutiefst emotionaler Moment. Dieser Erfolg ermöglichte ihm den Aufstieg ins Nationalkader sowie eine verbesserte finanzielle Unterstützung für das Jahr 2026.
In seiner weiteren sportlichen Laufbahn wurde er 7 x Vizeschweizermeister im Einzel und Marc gehört zu den Top 12 der Weltrangliste im Einzel.
Durch seine eigenen Erfahrungen als beeinträchtigter Nachwuchssportler wurde ihm klar, dass man als behinderte Person viele andere Probleme zu bewältigen hat. Dazu gehört vor allem auch der «Kampf um die Zusicherung von finanziellen Entschädigungen durch die Versicherungen». Marc hat deshalb zusammen mit seinem Bruder Nico Elmer im Sommer 2020 den Verein SPOCAP gegründet. Als Präsident und Gründer ist Marc sehr froh, den Behindertensport ausbauen zu können.
Es war für uns äusserst eindrücklich, was Marc Elmer aus seiner Situation gemacht hat, wie er damit umgeht, wie er selbst sich wiederum voll dem Sport widmen kann und parallel dazu anderen beeinträchtigten Menschen und Sportlerinnen und Sportlern mit seinem Verein SPOCAP Unterstützung bietet.
Marc hat sich für die Zukunft zwei Ziele gesetzt: Teilnahme an den Sommer Paralympics 2028 in Los Angeles und die gemeinsame Stiftung Socap weiter stärken.
Der Kontakt zu Marc Elmer ist dank unseres Clubkameraden Oliver Galliker, ebenfalls ein Glarner und mit Bezug zur Linth Arena zustande gekommen.
Weitere Informationen zu Marc Elmer und dem Verein Socap sind unter folgenden Links zu finden: